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Sonntag, 29. Oktober 2000
So, so, irgendwie habe ich
immer die Aufgabe, die schlimmen und wirklich frustrierenden Geschichten
bringen zu muessen, als ob mein Leben nicht schon schwer genug waere.
Wie stehe ich in 2 Jahren da....? Aber, was zu berichten ist, muss auch
berichtet werden, meine Reporterseele verlangt dass, also objektiv betrachtet,
ereignete sich in diesen zwei Tagen folgendes:
Balletttaenzer stecken sich
Hasenfuesse in die Unterhose, damitīs nach mehr aussieht, sagt man! Zu
denen gehoere ich nun auch. Allerdings siehtīs bei mir jetzt nach richtig
viel aus, weil der Hasenfuss, der in meiner Unterhose steckt, ein
erwachsener Nepalese ist! Heisst Bharat und ist (war..?) Brahmane
und Haasenfuss! Meter 50 klein...aber auf Dauer ziemlich schwer. Wie kam
also Bharatji in meine Unterhose und wieso ist Bharat ein Haasenfuss?
(Es faellt mir gerade etwas
schwer mich zu konzentrieren, da man draussen im Moment dabei ist, eine
Garage fuer unser Auto zu bauen. Die ist 1,5m breit -unser Auto ist 1,9m
breit!!- und 4,5m hoch! Ich habe die Hoffnung, dass man das Ding noch
irgendwie kippt, bevor man es uns uebergibt und wir gezwungen sind, unser
Auto zu zersaegen...andererseits sind die Pfosten schon einbetoniert.....tja,
wenn man anfaengt mit der Arbeit, sobald es draussen stockdunkel ist,
passiert sowas.....ich werde berichten...nun zurueck zur eigentlichen
Geschichte)
Wir hatten also zwei freie
Tage und wollten, mussten!! uns vom nepalischen way of life erholen...
Unser Guru (Lehrer) sagte also, das einzige, was man in unserer Einoede
tun koenne, sei nach Trishuli und dann auf einen Berg zu einem alten Tempel
zu gehen....samasya chhaina (chhaina kennt Ihr schon, heisst: "Es ist
nicht" und samasya heisst: "Problem" also: Problem ist nicht...alles easy,
sozusagen....sagte er. Und dann kam eine Frage hinterher, deren Tragweite
wir erst spaeter begreifen sollte und deren Antwort (von mir recht leichtfertig
ob des o.g. fehlenden Problembewusstseins meinerseits gegeben) unserem
Leben von dort an eine grundlegende Wendung verpassen sollte. Seine Frage
war, ob es uns etwas ausmachen wuerde, wenn Bharatji ein Stueck des Weges
mitkaeme, nur um uns eben diesen zu weisen. Fatalerweise sagten wir "Samasya
chhaina" ...und das Unglueck nahm seinen Lauf..! Also, ich fuer meinen
Teil, benutze nie wieder "samasya chhaina"!!!!
(Nachdem einige Tage ins Land
gegenagen sind, ist wieder was passiert. Daher muss ich mal einen kleinen
Einwurf machen...die Tatsache, dass einige Tage ins Land gezogen sind
habe ich dem Umstand zu verdanken, dass mir beim Schreiben der Hasenfussgeschichte
immer kalte Schauer ueber den Ruecken laufen, mir Schweiss ausbricht,
ich Magenkraempfe bekomme und ich mich deshalb immer gleich hinlegen muss,
um aud den Boden der Realitaet zurueckzukehren. Ich weiss jetzt noch nicht,
ob ich es jemals schaffe, die Hasenfussgeschichte zu beenden.....schaun
wir mal....also, der kurze Einwurf: Unserem Auto (Subaru 1800 Baujahr
1983) sind beim Fahren auf den "Strassen" die forderen Bremskloetze aus
den dafuer vorgesehenen Halterungen gebroeselt...wir also auf der Suche
nach einer Autowerkstatt. Vorweggenommen: Es gibt keine Autowerkstaetten
in Nepal. Aber es gibt freundliche Schlachtergehilfen, die auch bereit
sind, Autos zu reparieren ...aehhh, nein...neu...also, die auch bereit
sind, an Autos rumzuhaemmern oder sowas....wir gerieten also an den Assistenten
des Schlachtergehilfen, der mir kuerzlich die Nasenhaare schnitt...aehhh,
nein...neu...also, der mir kuerzlich die Nasenhaare maltraetierte...der
Bruder also. Moment bitte.....mir wirds gerade schlecht.........so jetzt
weiter: Die "Werkstatt"(man sagte uns, es sei die beste der Stadt) ist
eigentlich ein Teeschuppen, 3 Bretterwaende und ein Strohdach, der Mann
darin kocht also normalerweise Tee - dass er das kann, glaub ich ihm auch,
obwohl wir es nicht ausprobiert haben, wir dachten, der Gute solle sich
lieber vollstaendig auf unser Auto konzentrieren! (Anmerkung: Das war
ein Fehler! Wir haetten ihn lieber Teekochen lassen sollen!) Jedenfalls
sagte er nach Schilderung unseres Problems...na, was? Richtig: "Samasya
chhaina!" mir lief es kalt den Ruecken runter und wieder rauf. Er
musste, um an die Bremsscheibe zu kommen, Werkzeug holen, denn die Bremskloetze
waren am Rad verschraubt....das tat er und kam zurueck mit...na.....was
wohl? wieder richtig: einem Hammer! Naja, irgendwie hat er das
Ding abgekriegt und sich das corpus delicti angesehen (wahrscheinlich
hat er sowas zum ersten mal in seinem Leben gesehen)...da das, was er
sah voellig neu fuer ihn war, wusste er nicht, was zu tun ist...nach kurzer
Zeit besann er sich auf das, was er schon mal gesehen hatte....und das
waren TATAīs. TATAīs sind die grossen Ueberlandbusse indischer Produktion,
alte Lizenz von Mercedes...so um die Jahrhundertwende, jedenfalls ist
alles, was hier in der Gegend rumfaehrt ungefaehr 30 Tonnen schwer, besetzt
mit 20-250 Nepalis und es steht "TATA" drauf....und son TATA hat Bremsen
und die gehen auch mal kaputt und dann brauchts neue Bremskloetze und
die kannte er. Abkuerzung an dieser Stelle der Geschichte: Unser Auto
hat jetzt nen Bremsklotz vom TATA! Dieser ist zwar 4x so dich und 3x so
lang wie der, der eigentlich in unser Auto passt, aber unser Schlachtergehilfe
hat in dreistuendiger Arbeit diesen TATA-Bremsklotz auf eine Groesse zurechtgeflext,
die zwar nicht passt, die es aber irgendwie gestattete, dien besagten
Klotz in die Luecke in unserer Bremsanlage zu hauen. Ja. So ist das jetzt...das
Auto faehrt noch, bremsen tuts auch ... sowas aehnliches jedenfalls, sagen
wir so: wenn man auf die Bremse tritt, koennte man bei konzentrierter
Beobachtung meinen, der Wagen verloere an Geschwindigkeit...Ende des Einwurfes)
Da sind wir wieder bei unserer
Hasenfuss-Geschichte....und mir wird schlecht, ich muss mich hinlegen,
sorry....vielleicht bis spaeter....
Euer Lutz
Bilder der letzten Wochen
-Pokhara
Also, Freunde, natuerlich sind
wir Euch noch Bilder schuldig ueber dass, was Nepal ausmacht....here we
go

das ist das Anapurna-Massiv,
aufgenommen auf unserem Trip nach Pokhara, der spitze ist der fishtail...

ja und in Pokhara gibts einen
romantische See, mit Tempeln dran und drin...wie diese hier

was man da sieht ist ein Golfplatz...tatsaechlich...mit
Blick aufs Himalaya...
Ende Pokhara
Verena und Lutz
Bilder der letzten Wochen
-Chitwan
Der Chitwan Nationalpark ist
einmalig in Asien, da gibt es sehr viel Wildlife ...Elefanten, Nashoerner,
Tiger, Krokodile und vor allem unglaublich viele verschiedene Vogelarten...naja,
da kommen wir gerade her....wir haben einige Tage ueber das Tihar-Fest
im Chitwan verbracht, das schoenste ist naemlich, dass der direkt vor
unserer Haustuere liegt, 20 Minuten mit dem Auto von unserem Haus...

der hier badet gerade, wie
man sieht, Elefanten lieben Wasser

ja...Sonnenuntergang ueber
dem Dschungel, war schon romantisch....

der wollte uns verspeisen,
ging aber nicht, weil wir auf einem Elefanten sassen
Ende Chitwan Gruessle
Verena und Lutz
Bilder ueber Tihar geschossen

so siehts bei uns aus, wenn
es dunkel wird, die gesamte nicht-menschliche nepalische Bevoelkerung
treibt sich dann da rum, wo das Licht ist (also bei uns...)

das ist uebrigens unsere Stammkneipe,
nett was?

Es ist gerade Tihar-Fest, d.h.
alles ist mit Lichtern geschmueckt, wie hier an einem Laden an der Hauptstrasse...sieht
echt nett aus...wie bei uns zu Weihnachten...dazu werden Boeller geschossen,
wie bei uns zu Sylvester...

dieses Photo nur zum Beweis,
wer bei uns das ganze Bier trinkt...!
Tschuess bis bald
Verena und Lutz
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