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Donnerstag, 12. Oktober 2000 - Family-Stay
ACHTUNG! Das ganze ist eine etwas ältere Geschichte!
[Die
meisten der "kleinen Bilder" kann man mit einem Mausklick vergrößen.]
Was ist das eigentlich, "Family-Stay"?
Also, der DED meinte, wir seien nicht zivilisiert genug fuer Nepal. Dazu
entschied man, uns fuer einige Wochen ins Erziehungslager zu stecken,
heisst: In eine nepalische Familie, weit ab vom Schuss und natuerlich...getrennt
voneinander! Das ganze fand also in Devighat statt. Devighat liegt ca.
2 ½ Autostunden nordoestlich von Kathmandu in den Bergen. Genauer – zwischen
den Bergen in einem Tal – am Zusammenfluss der beiden Fluesse Trisuli
und Kali. Also eigentlich sehr idyllisch gelegen. Devighat ist ein kleines
Dorf – jeder kennt jeden – es gibt ein paar Geschaefte fuers Noetigste,
eine Kneipe (naja!!), 2 Schulen – das war’s dann auch schon. Und fuer
ein paar Wochen gab´s jetzt uns.... was fuer die Dorfbewohner bedeutet
– „Livekino“ fuer Umsonst !!!

Das da oben ist unser Dorf.
29.8.2000
Ankunft in Devighat 13.30 Uhr
–es ist ziemlich heiss und feucht !! Gepaeck raus aus dem Jeep – da stehn‘
wir nun....wie werden unsere Familien wohl sein ? ....wer wird von uns
wohl eine Toilette haben...wer von uns wird sich wohl am oeffentlichen
Dorfbrunnen waschen muessen.... Ganashyam unser Nepalilehrer und ewig
treuer Begleiter waehrend der Inlandsvorbereitung
(der Linke von beiden)
grinst sich einen, beim Anblick
unserer Gesichter !! Er spannt uns aber nicht laenger auf die Folter und
wir gehen los – zuerst zu meiner (Verena) Familie – Familie Chitraka besteht
aus Grossmutter, Vater, Mutter, 3 Toechtern, 1 Sohn und unzaehligen Freundinnen
der Toechter.

Mein Zimmerchen ist klein,
aber nett und......juhu !! ....gleich hinterm Haus ist ein kleines Haeuschen
mit Dusche und Toilette. Ist vielleicht nicht unbedingt German-Style aber
immerhin zum Abschliessen !!! Das Haeuschen liegt gleich neben dem „Baishi“
(Bueffel)- Stall

(das rechte von beiden ist
die Baishi)(Fragen nach dem Duft ?? – naja, so faellt zumindest der ganz
eigene Duft einer Nepali-Toilette nicht so auf !!) An die Zuschauer beim
Duschen (Spinnen in aller Groessenordnung und sonstiges Getier) wird‘
ich mich schon gewoehnen – ich bin ja nicht aus Watte, ne‘ !!
So nun zu Lutz‘ Familie. Lutz‘
Familie wohnt in der gleichen Strasse – schraeg gegenueber. Es gibt auch
nur 1 Strasse in Devighat. Familie Arikari besteht aus Vater, Mutter,
1 Tochter und 2 Soehnen.

Sein Zimmer ist richtig gross
– hat nur keine Vorhaenge am Fenster – und das Fenster liegt zum Innenhof,
d.h. kann jeder reinschauen !!!

Und.....hihi, ich bin ja gar
nicht schadenfroh.... Lutz muss sich zwar nicht am Dorfbrunnen waschen,
aber im Garten am Schlauch...!!! – neben der Kuh !! Und von der Dorfstrasse
hat man einen optimalen Blick zum Waschplatz von Lutzji !!!
Zum Schluss gehen wir noch
zu Uwe’s Familie. Uwe hat‘ gut.... seine Familie hat die schon oben erwaehnte
einzige „Kneipe“ am Ort !! Uwe’s Familie besteht aus Vater, Mutter, 4
Toechtern und 1 Sohn. Auch sein Zimmer ist ganz nett – Vater und Mutter
haben ihr Schlafzimmer geraeumt und schlafen jetzt solange Uwe da ist
auf dem Flur !! Uweji muss auch nicht zum Dorfbrunnen – er hat hinter
dem Haus seinen Waschplatz – aber auch nur einen Schlauch – und....auch
neben dem Bueffel !

Jetzt verlaesst uns Ganashyam
und ueberlaesst uns unserem Schicksal.... wir gehen also jeder fuer sich
in unsere Familien. Ich werde gleich von den 3 Toechtern ueberfallen....unzaehlige
Fragen stuerzen auf mich ein....wie alt ?, verheiratet ?, Kinder ?....das
sind die obligatorischen ersten Fragen.... und spaetestens nachdem ich
mein Alter gesagt habe und die Frage nach Kindern mit „Nein“ beantwortet
habe, fragen sie mich ob ich den krank sei...??!! Naja, was soll man da
sagen.... ich werde jedenfalls ziemlich bedauert !!! Nach einem Orientierungsspaziergang
mit Ganashyam, Lutz und Uwe rund ums Dorf,

gehen wir alle zurueck zu
unseren Familien zum Abendessen. Mit dem Essen verhaelt es sich in nepalesichen
Familien wie folgt: Die Nepali stehen so zwischen 5.30 – 6.00 Uhr auf
(wir aber nicht – wir duerfen europaeisch ausschlafen!!), dann gibt’s
Tee, manchmal mit einer Kleinigkeit wie Brot, Gurke oder aehnliches. So
zwischen 9.00 – 11.00 Uhr (je nach Familie verschieden) gibt es dann die
erste Hauptmahlzeit – „dhaalbhat“ – ist Reis (bhat) mit einer Art Linsensuppe
(dhaal) dazu gibt es „tarkari“, das ist Gemuese mit Kartoffeln und „Asar“
eine ziemlich scharfe Paste aus Gemuese und vieeeeel Chili.
Am Nachmittag gibt es gegen
16.00 – 17.00 Uhr „Nasta“ – so was wie unser Kaffeekraenzchen – besteht
hier aus Tee und Gebaeck, in manchen Familien gibt es auch Obst oder Gurke
etc. dazu. Am Abend gibt es dann wieder so zwischen 8.00 – 10.00 Uhr „dhaalbhat“
(s.o.) und das war’s dann !! Die Mengen sind allerdings erwaehnenswert....wir
sind bereits nach 1 Teller mehr als satt....und die kleinen Nepali sind
durchaus in der Lage 2-3 Teller wegzuputzen.... und wir ernten wieder
Bedauern, weil wir soooo wenig essen !!! Man muss dazu sagen, dass wir
uns aus dem „Morgen-dhaalbhat“ ausgeklinkt haben – morgens frueh so was
Deftiges krieg‘ ich einfach nicht runter....ausserdem bei den Mengen am
Abend....geht einfach nicht !
Tja, und beim Essen sitze ich
in der Regel alleine. Das ist auch Nepali-Style. Mutter kocht –dann isst
Vater und Sohn, dann der Gast, dann die Toechter, dann die Mutter....
Am ersten Abend ass ich also alleine in der Kueche am Tisch. Aber so ganz
alleine war ich dann doch nicht.... alle standen um mich herum, um mir
dabei zuzusehen wie ich das wohl jetzt so mache !! Ich war mutig und wollte
also auch Nepali-Style, mit den Haenden, essen. Der „Lacher“ war auf meiner
Seite !!! Ich hab irgendwie alles falsch gemacht und hab‘ einfach nichts
in meinen Mund bekommen....ich beschloss die weiteren Tage doch einen
Loeffel zu nehmen !
In der Nacht gab’s ploetzlich
Geraeusche – ich stand senkrecht im Bett !!! Irgendwas lief irgendwo in
meinem Zimmer herum und quietschte ganz fuerchterlich.... ich erstarrte
fast vor Schiss !!! Ich schnappte erst mal meine Taschenlampe und rannte
aus dem Zimmer. Da sass ich nun – draussen vor dem Zimmer im Dunkeln....dann
ueberkam mich ein zweites Grausen....vielleicht hat’s hier draussen ja
auch irgendwelches komisches Getier....also nahm ich meinen ganzen Mut
zusammen und ging wieder ins Zimmer.... zuerst mal leuchtete ich das ganze
Zimmer ab – jeden Winkel – nichts !!! Ich rauche eine Zigarette – soll
manchmal beruhigend wirken – dabei beobachte ich das ganze Zimmer....
nichts zu sehen !! Ich legte mich wieder schlafen, die Taschenlampe jetzt
neben mir...von schlafen war allerdings nicht mehr die Rede....
Ich erzaehlte meine Geschichte
am naechsten Morgen Sushila (die aelteste Tochter) – sie lachte sich halb
tot....und sagte mir „ich solle mich nicht fuerchten, das sei nur eine
Maus“....die gaebe es hier immer, da direkt neben meinem Zimmer das Lager
fuer den Mais sei !“ ....wie beruhigend.... eigentlich finde ich Maeuse
ja niedlich,aber so nachts direkt am Ohr, Auge in Auge....??!! Ich war
entsprechend muede und im Nepaliunterricht, den wir taeglich 2 Stunden
noch haben, fielen mir die Augen zu. So machte ich erst mal 3 Stunden
Mittagschlaf...dieser wurde um 4 Uhr dann unterbrochen... Sushila weckte
mich: Sie stuermte mit einem lauten „Hallo“ in mein Zimmer....Thema: Privatsphaere
!!! Die gibt es in Nepal nicht !!! Die Nepali leben in der Regel in Grossfamilien,
alle unter einem Dach und hocken auch immer zusammen –entweder im Haus
oder auf der Strasse. Und die Haeuser sind auch immer offen fuer das ganze
Dorf und so sind meist noch irgendwelche Freunde etc. da. Ausserdem sind
wir ja nun die Objekte der Begierde – „Bideshis“ (Auslaender) wie machen
die was und wie leben die denn so und wie ist es in Deutschland.... Meine
3 Maedels sind aber auch wirklich suess !! Jedenfalls trifft sich alles
in meinem Zimmer, die 3 Maedels aus der Familie und all‘ die vielen Freundinnen
– zeitweise ist es recht eng im Zimmerchen !! Da ich noch etwas Schwierigkeiten
habe mit der fliessenden Konversation.... beschliesse ich einfach meine
Fotosammlung aus Deutschland von meiner Familie, Freunden und natuerlich
Benni auszupacken. Alle sind hellauf begeistert !!! Die hatten einen Spass...!!!
Lauter „Weissnasen“ und was die so fuer Klamotten anhaben....ja, Ihr Lieben,
Ihr wurdet alle ganz schoen bewundert....!!! Dann das Foto von David (Sohn
von meinem Cousin - 1 Jahr alt damals) und mir....ein leuchten in den
Augen der Maedels....Hoffnung kam auf, ich haette doch ein Kind....und
sei doch nicht krank....und welch‘ Enttaeuschung als ich erklaerte das
sei der „Kleine“ vom Sohn meiner Tante (und seiner Freundin Melanie)....!!
Und das mit dem Hund... wie kann man einen Hund nur sooooo oft fotografieren
und dann auch noch als Haustier im Haus halten ??!!!!! Tja, dherai pharak
!!!! ( Ziemlich anders !!!)
Um 18.00 Uhr traf ich mich
dann mit den anderen – wir gingen in die „Kneipe“ – Bierchen trinken und
Kartenspielen

.....Um 20.00 Uhr mussten wir
dann alle nach Hause, Abenddahlbad war angesagt.
31.8.2000
7 Uhr !!!! – ich muss aufstehen....die
Nacht war ruhig – mit Licht und ohne Maus !!! Ich schlafe jetzt immer
mit Licht, da sollen Maeuse nicht kommen !!! Die „aamaa“ (Mutter) bringt
mir einen Tee. Die Maedels sind um diese Zeit schon in der Schule, d.h.
ich kann in Ruhe meine Morgentoilette machen. Um 8 Uhr treffen wir uns
alle zum Motorradfahren – Ganashyam ist mit dem Motorrad nach Devighat
gefahren, damit wir dann dort schon mal ueben koennen.....an die Strassenverhaeltnisse
muss man sich naemlich tatsaechlich erst gewoehnen.

Die Jungs hatten natuerlich
den Dreh gleich raus !!! Und hatten ihren Spass im Off-road-Fahren....
Mich hat’s gleich mal auf die Nase gelegt.....auch das soll geuebt sein....denn
es gibt so einige EH’s (Entwicklungshelfer, sozusagen unsere Kollegen)
die so in manchem Fluss steckengeblieben sind.... !! Naja, es ist nichts
passiert und ich hab' mich auch gleich wieder aufgeschwungen – dann ging’s
schon besser und hat Spass gemacht – also ich glaub‘ ich werde in Nepal
zum Hell-Driver.....Achtung wenn ich wieder nach Deutschland komme !!!
Von 10.30 – 13.30 hatten wir
dann Nepali-Unterricht....wir haben eine Schule entdeckt, die gerade im
Bau war. Diese haben wir uns dann sogleich zu Nutze gemacht und in unser
Klassenzimmer umfunktioniert.

Tja, und danach......hatten
wir dann ueberraschenderweise mal wieder unendlich viel Zeit !!!!!! Frueher
hatten wir irgendwie nie genug Zeit (so in Deutschland meine ich) und
jetzt haben wir irgendwie viel zuviel Zeit......Lutz und ich gehen zum
Fluss auf unseren Felsen und philosophieren ueber das Leben im Dorf und
ueberhaupt.....( wir denken an unsere schoene, bequeme Wohnung in Muenchen
und was wir hier ueberhaupt so machen und wie wir nur auf solch‘ einen
Gedanken kommen konnten ??!!)
Plötzlich ist es vorbei mit
dem ruhigen Plaetzchen – wir sind umsingelt.....ungefaehr 20 Kinder stehen,
liegen....um uns herum und wollen nun unterhalten werden....die kennen
nix.....es dauert keine Minute und die Kid’s haengen uns unmittelbar vor
der Nasenspitze und „bekucken“ uns....so ne‘ lange, weise Bideshi-Nase
(Auslaender-Nase) ist schon was Lustiges.... und so gross !!! Ok, nach
einer halben Stunden wird’s anstrengend und wir hauen ab ins Dorf – wir
hocken uns in die Kneipe – treffen dort Uwe (der isst tatsaechlich schon
wieder „dhaalbhat“)– und sitzen auf unserer Bank und schauen uns das bunte
Dorftreiben an......oder eher.....die Dorfbewohner schauen uns an....!!!!
Unser Stammplatz war irgendwie schon klasse....denn wenn so menschentechnisch
gerade mal nix los war auf der Strasse, dann waren auf jedenfall unsere
3 Enten (heissen hier "Haas", ohne "e") da....wir koennen Euch inzwischen
alles ueber das Leben und die diversen Gewohnheiten von Enten erzaehlen.....
Dann irgendwann verziehen wir
uns in unsere Zimmer zum Mittagschlaf.....bis so gegen 4 Uhr wieder das
uebliche „Hallo“ von Sushila mich aus dem Schlaf reisst – ach ja, ich
bin ja im Family-stay und soll Nepali-Sprache und Nepali-Kultur lernen.....also
gut....dann mal los !!! Sushila erklaert mir heute, dass sie mit mir nach
Deutschland geht....(?) – ahhhja....“was sie da so machen wolle“, fragte
ich sie dann.....tja, in Deutschland sei es eben so schoen und ueberhaupt
alle Menschen seien reich und allen wuerde es gut gehen.....(schon mal
was vom Schlaraffenland gehoert ?? – also liebe Leser, keine Klagen mehr
ueber unser gelobtes Land !!!) – so stellen sich viele Menschen hier unser
Germany vor – was soll man da sagen.... alle Erklaerungen, dass wir auch
ziemlich viel arbeiten muessen und so.....schlagen fehl !!! Ich geb’s
auf und verweise darauf, dass ich nun erst mal 2 Jahre in Nepal wohne
und arbeite und dann „schaun‘ mer mal“ !!!
Um 17.30 Uhr treffen wir (Ganashyam,
Lutz und Uwe) uns dann wieder in der Kneipe bei Uwe’s Familie zum Kartenspielen....um
8 Uhr muessen wir dann wieder brav nach Hause zum „dhaalbhat“ und dannach
zur Familien-Konversation....
1.9.2000
.... keine Maus heute Nacht
!!! Aber Licht...!!! Morgen ist ein besonderer Tag und somit ist eigentlich
heute auch schon ein besonderer Tag. Morgen ist „Frauentag“, d.h. da haben
die Frauen einen Tag frei.....die Frauen, die in der Stadt leben und arbeiten
haben einen Feiertag und die Frauen, die in den Doerfern leben und das
Feld bestellen und die Familie versorgen, duerfen an diesem Tag auch mal
„faulenzen“ !!!! Eigentlich sollte man meinen, das sei ganz besonders
fortschrittlich, nicht ??!!!.....so was haben wir in Germany ja nicht
mal....!! Nun, der eigentliche Tag ist ja erst morgen....beginnen wir
jetzt mal mit heute....
Ich springe mal auf den Abend.....der
Tag war ja wie immer.....jedenfalls heute Abend bin ich bei Lutz‘ Familie
zum Abendessen eingeladen. Lutz‘ Familie ist eine Brahmanen Familie, d.h.
Brahmanen zaehlen in Nepal zur hoechsten Kaste (Anmerkung von Lutz: Ich
wurde in die Brahmanenfamilie gesteckt...so hoechste Kaste und so....jaja,
Gespuer fuer Realitaeten und Kompatibilitaeten hat der DED!!) und die
Brahmanen folgen zumeist noch den strikten alten Hindutraditionen – so
auch dem Frauentag und was so dazu gehoert....dieser Frauentag nennt sich
hier im uebrigen „Teej“. Es gibt heute Abend kein „dhaalbhat“ – juhuuuuu!!!!
– sondern „dhaar“, das ist im Prinzip nix anderes als Milchreis – ist
das toll, wo ich doch so gerne Suesspeisen esse !!! Ein Festtag...!!!!!
Davon essen die Frauen heute ganz besonders viel – vor allem die ganze
Nacht durch, immer wieder. Was meine Freude wieder ein wenig truebte war
nur.....die Nepali’s nun wieder.....essen doch tatsaechlich zum Milchreis,
Gemuese, Kartoffeln und irgendwelches scharfes undefinierbares Zeug....und
die Mengen.....aber der Milchreis war trotzdem super lecker !!!! So, nun
mal eine Erklaerung zum Frauentag......also heute essen die Frauen, wie
gesagt gaaaaanz viel von diesem Milchreis und zwar deswegen, weil sie
morgen am Tag X, also am tatsaechlichen Frauentag, fasten muessen, was
heisst, sie duerfen weder essen noch trinken......und warum wohl....der
Frauentag ist naemlich fuer die Frauen deshalb ein freier Tag, damit sie
sich voll uns ganz und ohne essen und trinken darauf konzentrieren koennen
ihre Maenner zu ehren (das Fettgedruckte stammt nicht von mir - na, von
wem wohl?!!!) – so n‘ Quatsch, was....!!! (????) Am Frauentag dann
– ohne essen und trinken - und um die Maenner zu ehren, duerfen
sie sich dann besonders huebsch anziehen (sieht im uebrigen wirklich toll
aus, wenn alle Frauen in ihren bunten Sari’s angezogen sind) und.... naja....so
huebsch angezogen dann, duerfen sie dann den ganzen Tag auf dem Dorfplatz
ausgelassen feiern – tanzen und singen – (fuer uns ist das eine optische
und kulturelle Augenweide – wenn da nicht der Hintergrund waere..)....denn
das Tanzen und Singen ist ja auch fuer die Maenner.....Wuerde eine Frau
an diesem Tage trotzdem z.B. Wasser trinken, wuerde sie damit ihren Mann
entehren.....die Tradition besagt, wuerde sie Wasser trinken, waere das
so, als ob sie sein Blut trinken wuerde.....
2.9.2000
Festivaltag....schon frueh
am Morgen sind alle Frauen auf den Beinen – leider gibt’s dazu keine Digi-Bilder....aber
wir waren so damit beschaeftigt uns das bunte Treiben anzusehen, da vergassen
wir voellig das Fotografieren....verzeiht uns.....jedenfalls war es eine
sehr schoene Abwechlung in unserem Dorfleben....die Frauen haben den ganzen
Tag ueber in Gruppen gesungen und getanzt. Dann geht es aber noch weiter
mit den „Riten“ zum „Teej“ – am naechsten Tag dann, also morgen,.duerfen
sie dann wieder essen und trinken....aber zuerst mal – frueh am Morgen
muessen sie sich 365 mal waschen !!!! Nein, kein Witz !!!!! – Fuer jeden
Tag im Jahr – um sich fuer ihren Mann rein zu waschen......(mir faellt
dazu echt nix ein....)..wieso? saubere Frauen sind mir jedenfalls auch
lieber als dreckige! (das zum Thema Gleichberechtigung in unserer
Ehe!!!)
.....7.9.2000
.... die Tage dazwischen waren
wie immer.....ich hatte mal einen Tag „Montezuma‘s Rache..“ ( mit der
entsprechenden Reinlichkeit waere das nicht passiert) ....ich hatte
wenigstens eine Dusche (nur genuetzt hats nix) und habe diese auch
jeden Tag benutzt - den Duft den Lutz so manchmal verstreut hat, weil
er keine Dusche hatte... - darueber breite ich jetzt das Tuch des Schweigens
- ich bin ja schliesslich anstaendig !! (aber gesund war er, der Bub!)
-ist aber wieder gut
....und ich hatte auch mal
wieder Maeuse in der Nacht....habe mich inzwischen mit ihnen angefreundet
und ihnen Namen gegeben..... Ach ja, die Tage dazwischen waren doch nicht
ganz so wie immer....wir hatten ja 2 freie Tage ....das ist naemlich so.....wenn
man waehrend der Inlandsvorbereitung zum Familiy-stay geht, um Sprache
und Kultur kennenzulernen und ansonsten auch so ne‘ Art Survival-Training
fuer Entwicklungshelfer absolviert....dann kriegt man irgendwo dazwischen
auch mal 2 Tage frei, um sich irgendwo in der Naehe zu erholen.....All‘
unsere Kollegen vor uns hatten da Glueck.....die waren zwar auch alle
in einem Dorf „in the middle of nowhere“, aber die hatten trotz allem
in naechster Naehe entweder die Touristenhochburg „Pokhara“ oder den Chitwan
Nationalpark mit Mega- Luxuslodges......wir aber nicht.....der naechste
groessere Ort ist Trishuli und der ist ziemlich haesslich und es gibt
genausowenig wie in Devighat....also auch keine netten Lodges etc......naja,
egal wir 3 beschlossen trotzdem dorthin zu fahren und mal sehen....einfach
relaxen und uns die Gegend anschauen....es soll eine kleine Wandertour
von ca. 1 Stunde in ein nettes Oertchen geben...... So.....was ist nun
wirklich passiert.....ich uebergebe an Lutz.....er hat die aussergewohnliche
Begabung kuriose Geschichten auch besonders kurios wiedergeben zu koennen:
byebye Verena (+Lutz)
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